🏠 Dein Heimnetz in 30 Minuten absichern

Dein Router ist die Haustür zu deinem digitalen Zuhause, und bei vielen steht sie offen. Hier die Checkliste, von „unbedingt" bis „kann man machen". Hake ab, was du erledigt hast. Der Fortschritt wird lokal in deinem Browser gespeichert.

Warum das wichtig ist: An deinem Router hängt alles: Laptops, Handys, Fernseher, vielleicht Türklingel und Saugroboter. Wer den Router kontrolliert, sieht deinen gesamten Datenverkehr und kommt an jedes Gerät. Die gute Nachricht: 90 % der Angriffe scheitern schon an den ersten vier Punkten.

🔴 Pflicht: heute noch machen

Router-Passwort ändern PFLICHT~5 Min

Gemeint ist das Verwaltungs-Passwort, mit dem man die Router-Einstellungen öffnet, nicht das WLAN-Passwort. Steht es noch auf Werkseinstellung („admin/admin", „1234"), kann jeder im WLAN deinen Router übernehmen. Listen mit Standard-Passwörtern aller Hersteller kursieren frei im Netz.

So geht's: Router-Oberfläche im Browser öffnen (meist fritz.box, speedport.ip oder 192.168.1.1; steht auf dem Aufkleber am Gerät) → System/Verwaltung → Passwort ändern. Lang und einzigartig wählen.

Router-Updates aktivieren PFLICHT~3 Min

Router-Sicherheitslücken werden massenhaft automatisiert ausgenutzt. Die Bots aus unserer Bot-Sektion scannen gezielt nach veralteten Geräten. Updates schließen diese Löcher.

So geht's: In der Router-Oberfläche „Automatische Updates" aktivieren. Bei Geräten, die keine Updates mehr bekommen (älter als ~7 Jahre): besser austauschen. Das ist sonst wie eine Haustür, für die es keine Schlösser mehr gibt.

WLAN-Verschlüsselung prüfen: WPA2 oder WPA3 PFLICHT~2 Min

WPA2 und WPA3 sind moderne Verschlüsselungen. Steht dein WLAN noch auf dem uralten „WEP" oder ist es ganz offen, kann jeder in Reichweite mitlesen und mitsurfen, auf deine Rechnung und deine IP-Adresse.

So geht's: Router-Oberfläche → WLAN → Sicherheit. „WPA3" oder „WPA2 + WPA3" wählen. WLAN-Passwort: mindestens 16 Zeichen. Du tippst es ohnehin nur einmal pro Gerät.

Fernzugriff ausschalten PFLICHT~2 Min

Manche Router lassen sich „aus dem Internet" verwalten. Praktisch, aber damit klopfen die Scan-Bots der ganzen Welt an deine Router-Anmeldung. Wenn du es nicht bewusst brauchst: aus damit.

So geht's: Router-Oberfläche → Internet/Freigaben → „Fernzugriff" / „Zugriff aus dem Internet" deaktivieren. Gleicher Ort: UPnP-Portfreigaben prüfen und Freigaben löschen, die du nicht kennst.

🟡 Dringend empfohlen: diese Woche

Gastnetz für Besucher & Smart-Home EMPFOHLEN~5 Min

Ein Gast-WLAN ist ein zweites, getrenntes Netz. Besucher-Handys (über deren Sicherheitszustand du nichts weißt) und Billig-Smart-Geräte kommen damit ins Internet, aber nicht an deine Geräte und Daten.

So geht's: Router-Oberfläche → WLAN → Gastzugang aktivieren. Profi-Tipp: Fernseher, Saugroboter, smarte Steckdosen & Co. ebenfalls ins Gastnetz. Die brauchen nur Internet, keinen Zugriff auf deinen Laptop.

Smart-Home-Geräte: Passwörter & Updates EMPFOHLEN~10 Min

Webcams, Babyphones und Türklingeln mit Standard-Passwort sind über Suchmaschinen wie Shodan öffentlich auffindbar, inklusive Live-Bild. Das ist keine Theorie, davon gibt es Hunderttausende.

So geht's: Für jedes smarte Gerät: eigenes Passwort in der zugehörigen App setzen, automatische Updates an. Faustregel beim Kauf: Gibt der Hersteller keine Updates heraus, gehört das Gerät nicht in dein Netz.

WPS-Knopfdruck-Funktion deaktivieren EMPFOHLEN~2 Min

WPS („mit Knopfdruck verbinden") hat in der PIN-Variante eine bekannte Schwäche, über die sich das WLAN-Passwort errechnen lässt. Der Komfortgewinn ist den Risiko-Klassiker nicht wert.

So geht's: Router-Oberfläche → WLAN → Sicherheit → WPS deaktivieren (mindestens die PIN-Methode). Neue Geräte verbindest du einfach klassisch per Passwort.

🔵 Kür: wenn du gründlich sein willst

Geräteliste durchgehen: Wer ist in meinem WLAN? KÜR~5 Min

Dein Router zeigt dir alle verbundenen Geräte. Einmal durchschauen lohnt sich: Alles, was du nicht zuordnen kannst, fliegt raus (WLAN-Passwort ändern wirft alle Unbekannten auf einmal raus).

So geht's: Router-Oberfläche → Heimnetz / Netzwerk → Geräteliste. Tipp: Eigene Geräte umbenennen („Laptop Anna", „TV Wohnzimmer"), dann erkennst du Eindringlinge künftig auf einen Blick.

Alte Geräte aussortieren KÜRlaufend

Das alte Tablet von 2017, das nur noch als Küchenradio dient, bekommt keine Updates mehr und ist damit das schwächste Glied im Netz. Angreifer übernehmen das schwächste Gerät und arbeiten sich von dort vor.

So geht's: Geräte ohne Updates entweder ausmustern oder zumindest ins Gastnetz verbannen. Gilt auch für alte Drucker und Netzwerk-Festplatten.

Router gelegentlich neu starten KÜR~1 Min

Manche Schadsoftware auf Routern lebt nur im Arbeitsspeicher, ein Neustart wirft sie raus. Außerdem werden manche Updates erst nach einem Neustart aktiv. Einmal im Monat reicht.

So geht's: Stecker ziehen, 10 Sekunden warten, wieder einstecken. High-Tech kann so einfach sein.
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